Für Schülerinnen und Schüler im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung: Berufswegeplanung/Potenzialanalyse

Kompetenzfeststellung/Potenzialanalyse für Schülerinnen und Schüler im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

 

Ziele

Leistungsgegenstand ist die Durchführung einer Maßnahme vertiefter Berufsorientierung, um Schülerinnen und Schülern im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung bei ihrem Übergang von der Schule in das Arbeitsleben zu unterstützen.

 

Zielgruppe

Schülerinnen und Schüler, die sich in der Vorabgangs- oder Abgangsklasse (9. oder 10. Jahrgang der allgemein bildenden Schulen mit Ausnahme der Förderschulen GE; bei diesen  Jahrgang 11 und 12) befinden. Die Lehrkräfte wählen die Schülerinnen und Schüler für die Teilnahme an der berufsorientierenden Maßnahme aus. Teilnehmen können:

  • Schülerinnen und Schüler, für die eine Einmündung in den allgemeinen Ausbildungs-/Arbeitsmarkt denkbar wäre.

  • Schülerinnen und Schüler, bei denen Unklarheit besteht, ob eine Perspektive auf dem allgemeinen Ausbildungs-/Arbeitsmarkt besteht.

 

Personal

Eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg der Maßnahme ist fachlich qualifiziertes und erfahrenes Personal, das aufgrund der Berufs- und Lebenserfahrung für die Begleitung dieser Zielgruppe besonders geeignet ist. Ein Berufs- oder Studienabschluss ist in der Regel erforderlich, bevorzugt Personen mit abgeschlossenem Studium der Sozialpädagogik/-arbeit bzw. Soziale Arbeit, Pädagogen mit den Ergänzungsfächern bzw. Studienschwerpunkten Sozialpädagogik oder Jugendhilfe.

Darüber hinaus muss das für die Potenzialanalyse eingesetzte Personal für die vorgeschriebenen und die sonstigen zur Anwendung kommenden Verfahren geschult und ggf. zertifiziert sein.

Der Personalschlüssel während der Potenzialanalyse beträgt 1:3 (eine Beobachterin bzw. ein Beobachter zu drei Teilnehmerinnen und Teilnehmern).

 

Durchführung der Maßnahme

Die Aktivitäten und Angebote müssen mit dem schulischen Berufsorientierungskonzept abgestimmt sein.

 

Bestimmung der Ausgangslage

Nach der Potenzialanalyse sind die folgenden in der Schule vorhandenen Unterlagen und Daten zu folgenden Aspekten einzubeziehen:

  • zum bisherigen schulischer Verlauf,

  • zu schulischen und außerschulischen Interessen,

  • zur Motivation,

  • zu Schlüsselkompetenzen,

  • zur Herkunft und Lebenssituation (einschließlich peer-groups),

  • zu soziokulturellen, körperlichen und kognitiven Voraussetzungen (einschließlich Beachtung der Behinderung),

  • zu Erwartungen und Wünschen der Teilnehmerin bzw. des Teilnehmers.

 

Förderplanung

Die Ergebnisse der Potenzialanalyse sind vom Träger mit den Schülerinnen und Schülern, deren Eltern, den Lehrkräften und der jeweils zuständigen Beratungsfachkraft der Agentur für Arbeit ausführlich zu besprechen. Sie sind von der Schule für die individuelle Förderplanung zu nutzen.

 

Sozialpädagogische Begleitung

Um die für eine individuelle Berufswahl notwendige Persönlichkeitsentwicklung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu fördern, sind neben den berufsorientierenden Hilfen auch berufswahlrelevante Alltagshilfen und Verhaltenstraining anzubieten. Aufgaben sind außerdem Krisenintervention, Konfliktbewältigung und Hilfestellungen zum Umgang mit der Behinderung, soweit es Einfluss auf die persönliche Berufswahlentscheidung hat.

 

Elternarbeit

Eltern bzw. Erziehungsberechtigte der Jugendlichen werden von Beginn an in den Berufsorientierungsprozess einbezogen. Dabei ist auf spezifische Besonderheiten wie z. B. Migrationshintergrund und besondere soziale Verhältnisse intensiv einzugehen. Lösungsstrategien sollen gemeinsam entwickelt und umgesetzt werden.

 

 

 

Dokumentation

Die Ergebnissicherung und die Dokumentation des Prozessverlaufs für jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer ist Aufgabe des Maßnahmeträgers.

Der Träger verpflichtet sich, die geltenden Datenschutzbestimmungen und diesbezüglichen vertraglichen Vorgaben einzuhalten. Die Erkenntnisse und Ergebnisse werden der Reha- Beratungsfachkraft der Agentur für Arbeit und den Lehrkräften in geeigneter Form zur Verfügung gestellt.

 

Durchführung

Eine Durchführung umfasst 16 Schulstunden, die auf drei Tage aufzuteilen sind, und wird lerngruppenweise durchgeführt. Eingesetzt werden hierbei  geeignete Verfahren, um eine berufliche Anschlussfähigkeit zu gewährleisten.

Inhalt

Kompetenzfeststellung/Potenzialanalyse, Erstellung eines Interessen- und Fähigkeitsprofils

Teilnehmer

Schülerinnen und Schüler ab der Vorabgangsklasse

Ziel

Analyse aktueller persönlicher Stärken und Kompetenzen, Interessen und förderbarer Potenziale

Inhalte

Diagnostik und Informationsgewinnung zu Stärken, Kompetenzen und Potenzialen sowie Interessen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfolgt insbesondere in folgenden Bereichen:

 

  1. 1.     Bewerbungskompetenzen z. B.:
    telefonieren können,
    öffentliche Verkehrsmittel eigenständig nutzen können etc.
  2. 2.     Arbeitsverhalten, z. B.:
    Kognitive und psychomotorische Fähigkeiten
    Fähigkeiten zur Art der Arbeitsausführung
    Fähigkeiten aus dem Bereich Kulturtechniken/Kommunikation
  3. 3.     Sozialverhalten
    Pünktlichkeit, Kritikfähigkeit, Zuverlässigkeit, Anstrengungsbereitschaft, Teamarbeit
    angemessener Umgang mit Kollegen und Vorgesetzten
  4. 4.     Reflexionsfähigkeit
    Umgang mit der eigenen Behinderung hinsichtlich
    beruflicher und persönlicher Lebensplanung
  5. 5.     realistische Selbsteinschätzung
    Erkennen eigener Fähigkeiten und förderbarer Potenziale
  6. 6.     Arbeitstechniken

Auf der Grundlage dieser Feststellungen ist eine zusammenfassende Aussage zu den arbeitsmarktlich verwertbaren Potenzialen der Teilnehmerin bzw. des Teilnehmers zu treffen.

Methoden

Das Verfahren „hamet e“ ist zudem obligatorisch durchzuführen, um sämtliche  o. g. Diagnosefelder (1 bis 6) umfassend auszutesten.

Dokumentation – Individueller Förderplan

Die Ergebnisse der Potenzialanalyse sind vom Träger mit den Schülerinnen und Schülern, deren Eltern, den Lehrkräften und der jeweils zuständigen Beratungsfachkraft der Agentur für Arbeit ausführlich zu besprechen. Sie sind von der Schule für die individuelle Förderplanung zu nutzen.

Auf der Grundlage des Ergebnisses wird durch die Schule entschieden, für welche Schülerinnen und Schüler dieses Modul ggf. erneut beantragt und für welche das Folgemodul „Vertiefte berufsfeldbezogene Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung“ beantragt wird.

Personalschlüssel

(Beobachter:Teilnehmer)

maximal 1:3

 

Qualitätsmerkmale und Evaluation

Eine Durchführung besteht aus mindestens 6 und maximal 11 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Ab 12 und 23 Teilnehmerinnen und Teilnehmern findet jeweils eine weitere Durchführung statt.

Die Einbindung in das Gesamtkonzept der Schule muss klar erkennbar sein. Jede Maßnahme wird durch einen Feedbackbogen evaluiert.

 

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