Für Schülerinnen und Schüler im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung: Vertiefte berufsfeldbezogene Berufsorientierung

Vertiefte berufsfeldbezogene Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

 

Ziele

Leistungsgegenstand ist die Durchführung einer Maßnahme vertiefter Berufsorientierung, um Schülerinnen und Schülern im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung bei ihrem Übergang von der Schule in das Arbeitsleben zu unterstützen.

 

Zielgruppe

Schülerinnen und Schüler, die sich in der Vorabgangs- oder Abgangsklasse (9. oder 10. Jahrgang der allgemein bildenden Schulen mit Ausnahme der Förderschulen GE; bei diesen  Jahrgang 11 und 12) befinden und die das Modul „Kompetenzfeststellung/Potenzialanalyse für Schülerinnen und Schüler im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung“erfolgreich durchlaufen haben.

 

Personal

Eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg der Maßnahme ist fachlich qualifiziertes und erfahrenes Personal, das aufgrund der Berufs- und Lebenserfahrung für die Begleitung dieser Zielgruppe besonders geeignet ist. Ein Berufs- oder Studienabschluss ist in der Regel erforderlich, bevorzugt Personen mit abgeschlossenem Studium der Sozialpädagogik/-arbeit bzw. Soziale Arbeit, Pädagogen mit den Ergänzungsfächern bzw. Studienschwerpunkten Sozialpädagogik oder Jugendhilfe.

Die Anzahl der von einer Mitarbeiterin bzw. einem Mitarbeiter maximal gleichzeitig zu begleitenden Jugendlichen soll 4 nicht überschreiten.

 

Durchführung der Maßnahme

Die Aktivitäten und Angebote müssen mit dem schulischen Berufsorientierungskonzept abgestimmt sein.

 

Förderplanung

Die Ergebnisse der vertieften berufsfeldbezogenen Berufsorientierungsind vom Träger mit den Schülerinnen und Schülern, deren Eltern, den Lehrkräften und der jeweils zuständigen Beratungsfachkraft der Agentur für Arbeit ausführlich zu besprechen. Sie sind von der Schule für die individuelle Förderplanung zu nutzen.

 

Sozialpädagogische Begleitung

Um die für eine individuelle Berufswahl notwendige Persönlichkeitsentwicklung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu fördern, sind neben den berufsorientierenden Hilfen auch berufswahlrelevante Alltagshilfen und Verhaltenstraining anzubieten. Aufgaben sind außerdem Krisenintervention, Konfliktbewältigung und Hilfestellungen zum Umgang mit der Behinderung, soweit es Einfluss auf die persönliche Berufswahlentscheidung hat.

 

Elternarbeit

Eltern bzw. Erziehungsberechtigte der Jugendlichen werden von Beginn an in den Berufsorientierungsprozess einbezogen. Dabei ist auf spezifische Besonderheiten wie z. B. Migrationshintergrund und besondere soziale Verhältnisse intensiv einzugehen. Lösungsstrategien sollen gemeinsam entwickelt und umgesetzt werden. Um daran gezielt zu arbeiten, muss im Rahmen der Maßnahme ein Elternabend durchgeführt werden.

 

Dokumentation

Die Ergebnissicherung und die Dokumentation des Prozessverlaufs für jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer ist Aufgabe des Maßnahmeträgers.

Der Träger verpflichtet sich, die geltenden Datenschutzbestimmungen und diesbezüglichen vertraglichen Vorgaben einzuhalten. Die Erkenntnisse und Ergebnisse werden der Reha- Beratungsfachkraft der Agentur für Arbeit und den Lehrkräften in geeigneter Form zur Verfügung gestellt.

 

Durchführung

Eine Durchführung umfasst 5 Tage. Die Schülerinnen und Schüler sollen zunächst mehrere Berufsfelder kennenlernen.

 

Thema

Vertiefte berufsfeldbezogene Berufsorientierung zur Vorbereitung einer behinderungsgerechten Berufswahl- und Entscheidungsfindung für Schülerinnen und Schüler im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

Teilnehmer

Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die das Modul „Kompetenzfeststellung/Potenzialanalyse für Schülerinnen und Schüler im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung“erfolgreich durchlaufen haben

Ziel

Erkundung beruflicher Interessen und Fähigkeiten
realistische Einschätzung der arbeitsmarktrelevanten Fähigkeiten
Förderung berufsrelevanter sozialer Kompetenzen, Handlungskompetenzen, Kommunikationsfähigkeit und persönlicher Entscheidungsfähigkeit 

Inhalt

 

Die Schülerinnen und Schüler sollen zunächst mehrere Berufsfelder kennenlernen.

Dies erfolgt typischerweise an simulierten Arbeitsplätzen, je nach regionalen Gegebenheiten und schülerbezogen auch in außerschulischen Werkstätten sowie in Betrieben.

Wenn es gewachsene Beziehungen zu regionalen Institutionen gibt, sind diese zu nutzen.

Dazu kann im Einzelfall auch eine Werkstatt für behinderte Menschen zählen, die arbeitsmarktnahe Außenarbeitsplätze anbietet oder ein Integrationsprojekt.

  • Dabei stehen im Vordergrund:

umfassende Informationen zu behinderungsgerechten Berufsfeldern;
Kennenlernen betrieblicher Abläufe
Kennenlernen berufsbezogener Arbeitsgeräte, Materialien und Bekleidungen
Kennenlernen geeigneter Bereiche des regionalen Ausbildungs- und Arbeitsmarkts
Förderung sozialer Kompetenzen (z. B. angemessener Umgang mit Kollegen bzw. Kolleginnen und Vorgesetzten, angemessene und saubere Bekleidung etc.)
Förderung der Fähigkeit zur Selbsteinschätzung

  • ggf. Heranführen an die Planung der Bewältigung des Arbeitsweges (begleitetes Mobilitätstraining)

Das Modul umfasst 5 Tage mit 6 Schulstunden, die im Block oder an einzelnen Tagen durchgeführt werden können.

Sie besteht aus einem Vorbereitungstag, 3 Erkundungstagen in unterschiedlichen Berufen des gewählten Berufsfeldes und einem mindestens sechsstündigen Nachbereitungstag. Die Erkundungstage sollen in angemessenen Kleingruppen erfolgen.

Der Träger bereitet die Schülerinnen und Schüler gezielt auf die Erkundungen vor und arbeitet die Erkenntnisse mit den Schülerinnen und Schülern auf. Die Nachbereitung sollte unter Einbindung der Lehrkräfte erfolgen.

In begründeten Ausnahmefällen können einzelne Schülerinnen und Schüler bereits im Rahmen des Moduls anstelle der drei Erkundungstage ein dreitägiges Praktikum absolvieren. Dies muss bei der Koordinierungsstelle Berufsorientierung im Vorfeld gesondert beantragt werden. Dafür bedarf es einer dezidierten schriftlichen Darlegung von Gründen und der Zustimmung der zuständigen Lehrkraft.

Dokumentation – Individueller Förderplan

Die Ergebnisse des Moduls sind vom Träger mit den Schülerinnen und Schülern, deren Eltern, den Lehrkräften und der jeweils zuständigen Beratungsfachkraft der Agentur für Arbeit ausführlich zu besprechen. Sie sind von der Schule für die individuelle Förderplanung zu nutzen.

Auf der Grundlage des Ergebnisses wird durch die Schule entschieden, für welche Schülerinnen und Schüler dieses Modul ggf. erneut beantragt und für welche das Folgemodul „Behinderungsgerechte Berufe in der Praxis kennenlernen für Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung“ beantragt wird.

Personalschlüssel

maximal 1:4

 

Qualitätsmerkmale und Evaluation

Eine Durchführung besteht aus mindestens 4 und maximal 7 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Ab 8 und 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmern findet jeweils eine weitere Durchführung statt.

Die Einbindung in das Gesamtkonzept der Schule muss klar erkennbar sein. Jede Maßnahme wird durch einen Feedbackbogen evaluiert.

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