Für Schülerinnen und Schüler im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung: Behindertengerechte Berufe in der Praxis kennenlernen

Behinderungsgerechte Berufe in der Praxis kennenlernen für Schülerinnen und Schüler im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

 

Ziele

Leistungsgegenstand ist die Durchführung einer Maßnahme vertiefter Berufsorientierung, um Schülerinnen und Schülern im  Förderschwerpunkt geistige Entwicklung bei ihrem Übergang von der Schule in das Arbeitsleben zu unterstützen.

 

Zielgruppe

Schülerinnen und Schüler, die sich in der Vorabgangs- oder Abgangsklasse (9. oder 10. Jahrgang der allgemein bildenden Schulen mit Ausnahme der Förderschulen GE; bei diesen  Jahrgang 11 und 12) befinden und die das Modul „Kompetenzfeststellung/Potenzialanalyse für Schülerinnen und Schüler im dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung“sowie das Modul„Vertiefte berufsfeldbezogene Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung“ erfolgreich durchlaufen haben.

 

Personal

Eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg der Maßnahme ist fachlich qualifiziertes und erfahrenes Personal, das aufgrund der Berufs- und Lebenserfahrung für die Begleitung dieser Zielgruppe besonders geeignet ist. Ein Berufs- oder Studienabschluss ist in der Regel erforderlich, bevorzugt Personen mit abgeschlossenem Studium der Sozialpädagogik/-arbeit bzw. Soziale Arbeit, Pädagogen mit den Ergänzungsfächern bzw. Studienschwerpunkten Sozialpädagogik oder Jugendhilfe.

Der Personalschlüssel beträgt über die gesamte Dauer der Maßnahme 1:6.

 

Durchführung der Maßnahme

Die Aktivitäten und Angebote müssen mit dem schulischen Berufsorientierungskonzept abgestimmt sein.

 

Förderplanung

Die Ergebnisse des Moduls „Behinderungsgerechte Berufe in der Praxis kennenlernen“ sind vom Träger mit den Schülerinnen und Schülern, deren Eltern, den Lehrkräften und der jeweils zuständigen Beratungsfachkraft der Agentur für Arbeit ausführlich zu besprechen. Sie sind von der Schule für die individuelle Förderplanung zu nutzen.

 

Sozialpädagogische Begleitung

Um die für eine individuelle Berufswahl notwendige Persönlichkeitsentwicklung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu fördern, sind neben den berufsorientierenden Hilfen auch berufswahlrelevante Alltagshilfen und Verhaltenstraining anzubieten. Aufgaben sind außerdem Krisenintervention, Konfliktbewältigung und Hilfestellungen zum Umgang mit der Behinderung, soweit es Einfluss auf die persönliche Berufswahlentscheidung hat.

 

Elternarbeit

Eltern bzw. Erziehungsberechtigte der Jugendlichen werden von Beginn an in den Berufsorientierungsprozess einbezogen. Dabei ist auf spezifische Besonderheiten wie z. B. Migrationshintergrund und besondere soziale Verhältnisse intensiv einzugehen. Lösungsstrategien sollen gemeinsam entwickelt und umgesetzt werden. Um daran gezielt zu arbeiten, muss im Rahmen der Maßnahme ein Elternabend durchgeführt werden.

 

Dokumentation

Die Ergebnissicherung und die Dokumentation des Prozessverlaufs für jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer ist Aufgabe des Maßnahmeträgers.

Der Träger verpflichtet sich, die geltenden Datenschutzbestimmungen und diesbezüglichen vertraglichen Vorgaben einzuhalten. Die Erkenntnisse und Ergebnisse werden der Reha- Beratungsfachkraft der Agentur für Arbeit und den Lehrkräften in geeigneter Form zur Verfügung gestellt.

 

Durchführung

Eine Durchführung umfasst 10 Tage und soll vorwiegend auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt stattfinden, um den Schülerinnen und Schülern schon sehr frühzeitig realistische Vorstellungen einer betrieblichen Tätigkeit zu vermitteln.

 

Thema

Behinderungsgerechte Berufe in der Praxis kennenlernen

Teilnehmer

Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die das Modul „Kompetenzfeststellung/Potenzialanalyse für Schülerinnen und Schüler im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung“und das Modul„Vertiefte berufsfeldbezogene Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung“ erfolgreich durchlaufen haben

Ziel

  • Gewinnung fachpraktischer Erfahrungen durch Einbindung des Lernorts Betrieb
  • Kennenlernen betrieblicher Abläufe
  • Erweiterung des behinderungsgerechten Berufswahlspektrums
  • Unterstützung einer beruflichen Entscheidungsfindung
  • Erweiterung und Festigung persönlicher Kompetenzen, soweit diese für die Berufswahl relevant sind

Inhalte

Akquise und Auswahl geeigneter Betriebe auf der Grundlage der Ergebnisse aus dem Modul „Kompetenzfeststellung für Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung“und dem Modul„Vertiefte berufsfeldbezogene Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung“

  • Vorbereitung von Bewerbungs-/ Vorstellungsgesprächen
  • Festlegung von Zielen in Absprache mit der Schülerin bzw. dem Schüler, Lehrkräften, Reha-Beraterinnen und -Beratern, Betrieben
  • Information des Betriebs über behinderungsspezifische Besonderheiten
  • Begleitung und Unterstützung während der Praxisphase
  • Nachbereitungsphase mit Auswertungsgespräch mit der Schülerin bzw. dem Schüler und den Lehrkräften auch hinsichtlich der Abstimmung eines noch bestehenden berufs- / arbeitsmarktrelevanten Unterrichtsbedarfs
  • Unterstützung und Stärkung der berufsbezogenen sozialen Kompetenzen (z. B. Stärkung der Selbsteinschätzung)

Das Modul umfasst 10 Tage mit jeweils 6 Schulstunden, die im Block oder an einzelnen Tagen durchgeführt werden können.

Es besteht aus einem mindestens sechsstündigen Vorbereitungstag, acht mindestens sechsstündigen praxisorientierten Tagen nach der Arbeitszeitregelung des jeweiligen Betriebes unter Berücksichtigung des Jugendarbeitsschutzgesetzes sowie einem mindestens sechsstündigen Nachbereitungstag.

Dokumentation – Individueller Förderplan

Die Ergebnisse des Moduls sind vom Träger mit den Schülerinnen und Schülern, deren Eltern, den Lehrkräften und der jeweils zuständigen Beratungsfachkraft der Agentur für Arbeit ausführlich zu besprechen. Sie sind von der Schule für die individuelle Förderplanung zu nutzen.

Auf der Grundlage des Ergebnisses wird durch die Schule entschieden, für welche Schülerinnen und Schüler dieses Modul ggf. erneut beantragt wird.

Personalschlüssel

maximal 1:6; am Vor- und Nachbereitungstag: 1:3

 

Qualitätsmerkmale und Evaluation

Eine Durchführung besteht aus mindestens 3 und maximal 5 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Ab 6 und 11 Teilnehmerinnen und Teilnehmern findet jeweils eine weitere Durchführung statt.

Die Einbindung in das Gesamtkonzept der Schule muss klar erkennbar sein. Jede Maßnahme wird durch einen Feedbackbogen evaluiert.

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